Bemerkenswert

Meine Liebe zu Venedig …

… begann gleichsam über Nacht. Geschehen, als ich das erste Mal nicht nur als Tagestouristin sondern eine ganze Woche in Venedig verbrachte. Es war als gehörte ich hier her und seither fühle ich mich im Herzen als Venezianerin. Das war Anfang Oktober 2006 bei einem “Mädels-Urlaub”. Schon die Ankunft, wenn man vom Bahnhofsgebäude Santa Lucia hinaus tritt und direkt am Canale Grande steht ist umwerfend. Unsere erste Fahrt mit dem Vaporetto – das öffentliche Verkehrsmittel in Venedig – führte uns gleich den ganzen Canale Grande entlang. Hingerissen von der Vielfalt und Schönheit der Palazzi an beiden Seiten des Kanals bis zur Anlegestelle bei der mächtigen Basilica di Santa Maria della Salute.

Vom Bahnhof Santa Lucia bis zur Basilica Santa Maria della Salute

Ganz in der Nähe bezogen wir in einer gemieteten Wohnung unser Quartier.

„Unser“ Appartement in der Calle Lanza

Ganz in der Nähe bezogen wir in einer gemieteten Wohnung Quatier.

Nachdem wir am nächsten Morgen gleich in der Nähe eine schlichte Cafè -Bar für den ersten hervorragenden Capucchino entdeckt hatten machten wir uns danach ohne festes Ziel auf den Weg. Schnell waren wir an der Squero di San Trovaso, einer der ältesten Bootswerften in der Gondeln gebaut und gewartet werden.

Das Holzhaus hat Ähnlichkeit mit einer Berghütte und das kommt nicht von ungefähr. Die Werft wurde im 17. Jh. von jungen Männern aus dem Cadore Tal in den Dolomiten gegründet wurde. Schon zwei Jahrhunderte zuvor kamen ein Großteil der Holzlieferung und auch Arbeitskräfte aus diesen waldreichen Tälern.

Weiter ging es kreuz und quer durch die Viertel Dorsoduro und San Polo. Ich war von allem angetan, den belebten Plätzen, den vielen Brücken über die größeren und kleineren Kanäle die Kirchen, die Häuser …

Wieder im Appartement hielten wir typisch italienisch Siesta und machten uns erst wieder am späten Nachmittag auf den Weg. Diesen Rhythmus behielten wir die ganze Woche bei. Unser Ziel San Marco, Dom und Dogenpalast.

Am frühen Abend tranken wir auf der Piazetta San Marco im Laternenlicht des Caffè Chioggia Prosecco. Im Vergleich zu den ehrwürdigen Caffès Florian und Quadri verlangte man im Chiogga keinen Aufpreis für die Live Musik und es wurde statt Klassik Jazz gespielt. Sehr angenehm.

Zurück ins Quartier über den Campo Santo Stefano, den Campiello San Vidal – bis heute einer meiner abloluten Lieblingsplätze – und den Ponte dell‘ Accademia.

Campiello San Vidal

Auf Guidecca, der früheren Arbeiterinsel mit der größten Mühle Venedigs, der Molino Stucky die heute ein hochpreisiges Hotel beherbergt. Lange saßen wir bei Prosecco und den dazugereichten Oliven und Salzgebäck in einer Bar, immer mit Blick auf Zattere, San Marco und San Giorgio Maggiore. Beobachteten den Schiffverkehr auf dem Kanal, die vorwiegend älteren Menschen beim Einkaufen, gerne einen Plausch haltend und die Männer auch bei einem Glas Wein in einer der Bars.

Guidecca mit Blick auf San Giorgio Maggiore

Schnell fanden wir in den nächsten Tagen Gefallen daran uns auch ein wenig abseits der Touristenpfade zu bewegen.

Der am dichtesten besiedelte Sestiere ist Cannaregio mit langen, breiten Kanälen, sonnigen Uferstraßen, kleinen Gewerbeberieben und einem lebhaften einheimischen Leben.

Ponte dei Tre Archi – Cannaregio
Haus in Cannaregio

Schon aus der Ferne erkennt man Burano am schiefen Kirchturn und den leuchtend bunt gestrichenen Häusern, die bei Nebel in der Lagune einst den Fischern den Weg nach Hause zeigten. Denn Burano war schon immer die Insel der Fischer und der häkelnden Frauen. Im 17. Jh. war die filigrane Spitze aus Burano in ganz Europa beliebt und bekannt.

Die nächsten Tage streiften wir durch die unterschiedlichen Viertel, die alle ihre Eigenart haben. Rund um Rialto und Sonnenuntergang in den Giardini.

Rialto Mercarto

Sonnenuntergang Giardini

Zum Abschluss unserer Reise machten wir einen Ausflug zur Insel San Giorgio Maggiore. Von außerordentlicher Schönheit ist der Blick vom Glockenturm auf Venedig.

Bemerkenswert

Mit dem Zug …

… in drei Stunden von Göteborg nach Stockholm.

Schweden hat ein gut ausgebautes und gut funktionierendes Schienennetz http://www.sj.se . Das Platzangebot ist auch in der Standardklasse sehr komfortabel. Mit der U-Bahn (T-banna) weiter nach Gamla Stan, dem ältesten Stadtteil. Stockholm wurde eben dort im 13. Jh. von Birger Jarl gegründet. So ganz nebenbei kann man so spannende Kunst erleben. Denn die U-Bahn Stationen gleichen einer Kunstgalerie. 90 der über 100 Stationen wurden von Stockholmer Künstlern sehr individuell gestaltet.

Meine Unterkunft im Castle Inn House in einer leicht ansteigenden Seitenstraße mit dem in diesem Bereich typischen Kopfsteinpflaster gefiel mir auf Anhieb. Kleine, einfache Zimmer, Gemeinschaftsbad und Wlan. Alles blitzsauber!

Für das Frühstück wird zurecht die Skeppsbro Bageri https://www.skeppsbrobageri.com/ gleich über der Straße, direkt am Skeppsbro Hafen gelegen empfohlen.

Skeppsbro Bageri

Ich wollte Stockholm, das auf insgesamt 14 Inseln erbaut wurde und durch mehr als 50 Brücken miteinander verbunden ist, unbedingt auf dem Wasserweg erkunden. Also machte ich mich nach dem feinen Frühstück auf den Weg Richtung Königliches Schloss wo es eine Anlegestelle gibt. Mit dem Ausflugsboot http://www.redsightseeing.com/de/ bin ich zum ganz im Westen der Insel Djugarden gelegenen Vasa Museum https://www.vasamuseet.se/ geschippert. Einmalig, ein siebenstöckiges Museum, das eigens für und rund um das schwedische Flaggschiff Vasa gebaut wurde. Besser gesagt um das was davon übrig blieb. Denn tragischer weise sank das zu seiner Zeit größte (Dreimaster 69 Meter lang, 52 Meter hoch) und dem Wunsch von König Gustav II. Adolf entsprechend am stärksten bewaffnete Kriegsschiff bei seiner Jungfernfahrt im August 1628 nach nur 20 Minuten Fahrt vor der Insel Beckholmen. Grund waren schwere Konstrukionsmängel.

Flaggschiff Wasa

Am meisten fasziniert hat mich der Kurzfilm über die Bergung des Wracks 333 Jahre später und die Tatsache, dass das schwefelhaltige Brackwasser es weitgehend vor dem Verfall bewahrt hat. So ist es heute weltweit das einzige verbliebene Schiff aus dem 17. Jahrhundert. Hunderte geschnitzte Figuren und Ornamente wurden aus dem Schlamm geholt, dazu Segel, sowie tausende Münzen und persönliche Habseligkeiten der Besatzung.

Ich setzte meine Bootstour fort, vorbei am Vergnügungspark Gröna Lund weiter zur Insel Södermalm ins Fotografiska https://www.fotografiska.com/sto dem schwedischen Museum für zeitgenössische Fotografie mit bedeutenden Ausstellungen anerkannter Fotokünstler und Newcomer. Für mich als leidenschaftliche Hobby – fotografin ein “muss”.

Zuerst aber gönnte ich mir eine Kaffeepause im ebenfalls sehenswerten dazugehörigen Restaurant mit einem wunderbaren Ausblick auf Djugarden und Skeppsholmen.

Die Ausstellung zeigte Arbeiten des Schweden Lars Tunbjörk und der Französin Noemie Gaudal.

Noemi Gaudal

Der nächste Tag in Stockholm stand ganz unter dem Zeichen der schwedischen Krone – damit meine ich jetzt nicht die Landeswährung, sondern das Königschloss “Kungliga Slottet“.

Besichtigen kann man neben dem Königspalast die sehr kleine Schatzkammer, die Rüstkammer und das Tre Kronor Museum. Dieses zeigt ein Modell des Schlosses Tre Kronor aus dem 13. Jh. und dessen Überreste nach der Zerstörung durch einen Brand 1697. Danach begann man nach den Entwürfen von Nicodemus Tessin d. J. mit dem Bau des heutigen Schlosses im dem Zeitgeist entsprechenden Barockstil.

Stockholmer Schloss – Kungliga Slottet

Also monumental, in symmetrischer Bauweise und mit üppig verzierten Innenräumen. Nach über 50 Jahren Bauzeit war das Schloss mit seinen mehr als 600 Zimmern und eigener Kapelle im Jahr 1754 fertig gestellt. Heute ist es die offizielle Residenz des schwedischen Königshauses.

Das Wohnschloss der könglichen Familie ist Drottningholm (Drottning = Königin) auf der Insel Lovön. Das und weitere Sehenswürdigkeiten merke ich mir für meine nächste Reise vor.

Den heutigen Tag beschließe ich mit der Royal Bridge Canal Tour – mit Red Sightseeing http://www.redsighting.com/de/ und Audioguide – die beim Schloss startet und wirklich ein sehenswertes Erlebnis ist.

©red sightseeing

Trotz kaltem und windigen Wetter verbringe ich mit einigen wenigen abgehärteten Touristen die einstündige Fahrt an “Deck”.

Am Ufer der Inseln Norrmalm und Östermalm entlang umrundet man die königliche Insel Djurgården. Malerisch die Fahrt durch den Kanal inmitten wunderschöner Natur. Langsam ziehen schöne Villen und schmucke Holzhäuser an uns vorbei. Entlang von Södermalm geht es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Tags darauf machte ich mich auf ein weiteres Wahrzeichen Stockholms, das Rathaus mit seinem über 100 Meter hohen Eckturm im Südosten der Insel Kungsholmen zu besuchen.

Das Bauwerk vor dem ich dann stand war durchaus beeindruckend, aber sicher nicht das was ich erwartet hatte und von Aufnahmen aus dem Reiseführer in Erinnerung hatte.

Ich ging ins Gebäude und wunderte mich ein wenig über die zu durchlaufenden Sicherheitsvorkehrungen die man von Flughafengebäuden kennt. Ich durfte passieren und machte mich auf den Weg durch lange Flure, die mich doch tatsächlich an das heimische Rathaus erinnerten und gelangte dann in einen architektonisch sehr interessant gestalteten haushohen Raum. Eine gelungene Symbiose von alter und neuer Bauweise.

Beim Hinausgehen konnte ich noch klären was es mit dem Rådhus auf sich hat. Ein Denkfehler meinerseits. Das Rathaus ist in Stockholm das “Stadshus” und das Stockholmer “Rådhus” ist der Sitz des Amtsgerichtes mit der Polizeidirektion im dahinterliegenden Gebäude.

Beim Nachlesen auf Wikipedia merkte ich, dass die beiden Gebäude die ich verwechselte doch eine gemeinsame Geschichte haben. Der Architekt Carl Ernst Westmann der das Gebäude Anfang 1900 errichtete wurde zwar bei der Ausschreibung für das Stadshus Zweiter bekam dann aber den Auftrag das Rådhuset zu planen. Als Sieger ging der Entwurf von Architekt Ragnar Östberg hervor nach dessen Plänen das Stadthus 1923 fertig gestellt wurde.

Letztendlich kam ich nach weiteren Umwegen – mein Orientierungssinn ist katastrophal – bei beginnenden Regen doch noch zum „Stadshus“.

Stadshus

Dort angekommen musste ich mich mit der schönen Aussicht auf Riddarholmen begnügen. Für eine Führung war es schon zu spät.

Blick auf Riddarholmen und Riddarholms Kirche

Abends noch die Stimmung am Skeppsbrokai eingefangen …

… bevor es am nächsten Morgen wieder nach Hause ging.

Bemerkenswert

Zurück in …

… meinem Blog und in Schweden.

Die lange Schreibpause entstand weil ich nicht mehr in meiner Funktion als “Granny” gereist bin. Aber nach wie vor bin ich gereist und Granny, jetzt halt mit großer Freude bei den eigenen Enkelkindern. Also kein Grund nicht weiter zu schreiben.

Um an die Anfangszeiten als Bloggerin anzuknüpfen berichte ich von meiner Reise im September 2018 zu “meiner” Familie in Göteborg. Dort habe ich ja 2016 sieben Monate als Granny verbracht – siehe Beiträge Granny Aupair in Göteborg 2016.

Nach zwei Jahren Kontakt über die sozialen Medien, Mail und ab an auch noch Karten per Post nun also das erste Wiedersehen am Flughafen in Göteberg. Wir umarmten uns herzlich und schnell war die alte Vertrautheit wieder da.

Nicht nur zwischen uns, sondern auch was die Stadt betrifft.

Göteborg Stadtmuseum

Nach einem kurzen Bummel durch die City auf ins Espresso House https://espressohouse.com/coffee-shops/kungsgatan-gt/ in der Kungsgatan zur “Fika”: Kaffeepause auf schwedisch. Eine lieb gewonnene, Jahrundert alte Tradition. Mehrmals täglich trifft man sich privat zu einem Plausch oder auch am Arbeitsplatz zu einem informellen Treffen um sich auszutauschen.

Gerne nimmt man zum Kaffee, Tee oder zur heißen Schokolade ein Stück Gebäck. Typisch für Schweden Kanelbullar – bei uns als Zimtschnecken bekannt – oder Kladdkaka, ein flacher saftiger Schokokuchen. Eine Rezeptauswahl für schwedisches Gebäck findet man auf folgender Internetseite: https://hejsweden.com/die-5-beliebtesten-schwedischen-kuchen-und-gebacke-kanelbullar-prinzessinnentorte-co/

Da die derzeitige Granny ein paar freie Tage verreist war konnte ich sogar wieder das Granny-Appartement beziehen. Fühlte sich gut an wieder hier zu sein.

Die Zuneigung zu Pferden – in natura und auch bei den Spielsachen – ist bei der Kleinen ungebrochen. Im Wohnzimmer war mit unzähligen Pferden, Stallungen und Figuren schon alles zum Spielen vorbereitet. Dabei blieb es natürlich nicht. Am nächsten Tag ging es in den Reitstall zur wöchentlichen Reitstunde, die ich auf gar keinen Fall versäumen wollte. Ich war ganz erstaunt was das Mädchen mittlerweile mit und auf dem Pferd schon alles kann.

Ridstall

Schon während meiner Zeit als Granny Aupair war ich hingerissen von der Landschaft und dem Licht. Ausgiebig genoss ich beides bei ausgedehnten Spaziergängen.

Billdal

Nach wunderbaren Tagen schwedisch zelebrierter Gastfreundschaft, regen Gesprächen und Spielstunden mit der Granny – Familie ging meine Reise weiter – nach Stockholm.

Endlich durch …

 

… den Schnee stapfen.

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In Göteborg haben die Kleine der Familie und ich vergebens sehnsüchtig auf den ersten Schnee gewartet. Dabei waren wir überzeugt davon, dass es bis zu meiner Abreise am 16. Dezember Schnee gibt. Wir hatten uns für den ersten Schnee viel vorgenommen. Schneemann bauen, Schneeballschlacht und uns in den Schnee legen und Engel formen.

Das alles kann man nun nachdem es ausreichend geschneit hat endlich machen. Jetzt halt leider nicht mehr gemeinsam, sondern im regen Austausch über die sozialen Medien. Selbst das Abschiedsgeschenk das mir die Große gemacht hat und das ich jeden Tag trage, passt perfekt zum Winter.

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Brr, kalt. Aber auch wunderschön so ein Spaziergang durch den Winterwald. Ein Tag im Schnee ist eine Fahrkarte in unserer Kindheit. Wir haben mit der Zunge Flocken fangen, wider das Verbot unserer Eltern sogar Schnee gegessen, uns rote Nasen und rote Backen geholt und sind Schlitten gefahren.

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Kinderfotos aus dem Familienalbum gestaltet von meinem Bruder

 

Die erste Winterlandschaft des Jahres hat für mich immer wieder etwas Bezauberndes und Märchenhaftes.

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Abschied nehmen …

… und Ankommen. Das aufeinander treffen dieses Ereignisses hat mich ganz schön gefordert. Solange ich bei der Familie war gab es nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Der Alltag mit all seinen Aufgaben hatte mich fest im Griff und der nahende Abschied schwang nur so am Rande mit.

Das würde ich zum Beispiel beim nächsten Mal anders machen. Ich würde noch ein paar freie Tage dranhängen um nach der arbeitsintensiven Zeit noch Urlaub zu machen und um mich noch gebührend von Land und Leute zu verabschieden.

Aber natürlich haben wir den letzten gemeinsamen Abend zelebriert. Mit feinem Essen, Geschenken und Erinnerungen an die gemeinsamen Erlebnisse. Wir haben uns in dieser langen Zeit lieb gewonnen. Das aneinander zu mögen wo wir uns ähnlich sind ist ja relativ leicht. Wir mögen uns trotz aller Unterschiede und Macken die wir haben. Voneinander Abschied zu nehmen ist uns allen schwer gefallen. Den Kindern genau so wie uns “Großen”. Das ging nicht ohne Tränen.

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12. Dezember 2016

Zeitig in der früh ging es für mich zum Flughafen. Abschiedsschmerz und Vorfreude lagen da nah beieinander. Dazu kam noch die Ungewissheit ob ich meinen Anschlussflug in Kopenhagen erreichen würde, da der von mir gebuchte Flug ausgefallen ist.  Aber Dank der Unterstützung der Mitarbeiter der Scandinavian Airline – SAS schaffte ich den Umstieg und konnte den herrlichen Sonnenaufgang auf dem Flug von Kopenhagen nach Zürich genießen.

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15. Dezember 2016

Die Weiterreise mit dem Zug nach Vorarlberg konnte ich mit leichtem Gepäck antreten. Für meine Koffer war die Zeit zum Umladen zu knapp. Die wurden mir einen Tag später bis vor die Haustür geliefert. Also alles gut gegangen.

Wieder daheim!

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Schnellstmöglich wollte ich meine Kinder und Enkelkinder sehen und umarmen. Freunde treffen und mit jenen die weiter weg sind ausführlich telefonieren.

In der Zwischenzeit habe ich das alles gemacht.Es fühlt sich gut an wieder hier zu sein und in schönen Erinnerungen zu schwelgen. Davon gibt es mehr als genug.

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Fräulein Julie …

… ist das bekannteste Werk des Schriftstellers August Strindberg und bescherte ihm 1888 internationalen Ruhm. Seither steht das Drama immer und immer wieder auf dem Spielplan vieler Theaterbühnen.

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Erzählt wird die Geschichte einer Liebe jenseits der Standesgrenzen. Die adelige Julie und Diener Jean kommen sich in der Mittsommernacht näher. Ausgelassen und ungehemmt tanzt und flirtet sie mit ihm. Er, zuerst noch zögerlich, nimmt sie schlußendlich mit in sein Zimmer. Die erotische Anziehungskraft der beiden ist mindestens so groß wie die Widerstände gegen ihre unstandesgemäße Liaison. Die Stimmung zwischen dem Liebespaar wird immer angespannter und endet in einem heftigen Streit mit gegenseitigen Beschimpfen und Vorwürfen. Verzweifelt greift Julie nach dem Rasiermesser das ihr Jean ungerührt reicht. Sie verlässt das Haus und begeht Selbstmord.

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Foto: Thomas Aurin 2012, Schaubühne Berlin

Der Anspruch Strindbergs das Leben ungeschönt auf die Bühne zu bringen und sein psychologischer Realismus sorgen dafür dass Fräulein Julie als Meisterwerk gilt und es ist bis heute das meistgespielte seiner rund 60 Stücke.

Fräulein Julie wurde auch schon mehrmals verfilmt. Unter anderem 1921 mit dem dänischen Stummfilmstar Asta Nielsen und zuletzt 2014 unter der Regie von Liv Ullmann und mit Jessica Chastain und Colin Farrel in den Hauptrollen

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Johan August Strindberg zählt zu den wichtigsten schwedischen Schriftstellern.

Er wurde 1849 in Stockholm geboren und arbeitete nach einem abgebrochenen Medizinstudium als Journalist und Bibliothekssekretär. Gleichzeitig begann er mit seiner schriftstellerischen Arbeit.

1877 heiratete er die Schauspielerin Siri von Essen die bei der Uraufführung von Fräulein Julie in Kopenhagen die Hauptrolle spielte. Da das Stück von der Zensur verboten wurde fand die Aufführung im Rahmen einer geschlossenen Gesellschaft statt. In Schweden wurde das Stück überhaupt erst 1906 in Stockholm aufgeführt.

Um der konservativen schwedischen Öffentlichkeit zu entfliehen lebte er über einige Jahre hinweg in Dänemark, Großbritannien, Frankreich Deutschland und auch in Österreich.

14 Jahre und drei Kinder (Karin, Greta, Hans) später wurde die Ehe 1891 geschieden und Strindberg heiratete zwei Jahre später die Österreicherin Frida Uhl. Ein Jahr danach kam Tochter Kerstin zur Welt.

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1901 heiratet Strindberg zum dritten Mal. Mit der Schauspielerin Harriet Bosse hat er Tochter Anne-Marie. 1904 wurde auch diese Ehe geschieden.

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Als „Pappa“ gestaltete er, für die damalige Zeit eher ungewöhnlich, häufig den Alltag mit seinen Kindern. Sie waren ihm immer sehr wichtig und er tat viel dafür um nach seinen Scheidungen die Beziehung zu seinen Kindern zu pflegen.

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Mit den größeren Kindern übers Briefe schreiben, seine jüngste Tochter holte er im Sommer oft zu sich nach Stockholm. Sie wurde sein “Lieblingskind” und er verwöhnte sie mit Zeit und Geld. Kinder sind in seinen Stücken öfter Symbol für das Gute.

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Auch mit seinen Freunden, von denen sich manche auch durch Strindbergs nicht unumstrittene Persönlichkeit und Ansichten bitter enttäuscht von ihm abwandten, pflegte er regen Briefverkehr über die aktuellen Themen der Zeit.

Eine konstante Größe im Leben Strindbergs war die Musik. In vielen seiner Werke ist seine Ansicht dass Musik die Menschen beeinflussen kann offensichtlich. Von allen Komponisten schätzte er Beethoven am meisten. Strindberg selbst spielte begeistert in Gasthäusern und Studios Gitarre.

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Im Juli 1908 mietete Strindberg eine Wohnung mit Vollpension im modernst ausgestatteten Stadthaus – The blue Tower – in der Drottninggatan 85 in Stockholm und wohnte dort bis zu seinem Tod am 14. Mai 1912

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Seit 1973 befindet sich in den Wohnräumen Strindbergs das Museum. Neben all den in Vitrinen ausgestellten Exponaten sind  einzelne, möbilierte Räume so zu sehen wie sie zu Strindbergs Zeiten eingerichtet waren.

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Schloss Tjolöholm …

… würde sich hervorragend für die Verfilmung der Jane Austin Bücher eigenen. Ein Schloss, im Tudorstil des 16. Jahrhunderts, dass man so in Schweden nicht vermuten würde.

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1892 erwarb der Kaufmann James Frederik Dickson das im 13. Jahrhundert errichtete Gebäude. Dass erst dreißig Jahre alte Gebäude im italienischen Renaissancestil war in einem herunter gekommenen Zustand.  Dickson beauftragte den Architekten Lars Israel Wahlman mit einem Neubau. Der ließ sich vom britischen Kunsthandwerk mit der Liebe zu Naturmaterialien und hochwertiger Verarbeitung inspirieren.

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Das Anwesen liegt, umgeben von Eichenwäldern und Wiesen auf einer eigenen Halbinsel am Kungsbackafjord. Dickson selbst verstarb 1898 zu Baubeginn und das Schloss wurde unter den wachsamen Augen seiner Frau Blanche wie geplant fertig gestellt.

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Als sozial engagierte Frau ließ Blanche Dickson auf dem Gelände ein ganzes Dorf für die Landarbeiter des Guts errichten. Weiters entstanden eine Kirche, eine Wagenburg und Stallungen.

Im Gegensatz zu der im britischen Stil errichteten Fassade steht die Einrichtung des Schlosses. Die Räumlichkeiten wurden opulent und mit der modernsten verfügbaren Technik der damaligen Zeit ausgestattet. Das versetzt einen in Erstaunen. Da gibt es Bäder und Toiletten mit Wasserspülung und den ersten elektrischen Staubsauger des Landes zu sehen. Zu besichtigen sind auch das Kinderzimmer samt Spielsachen, Kleidung und Fotos der Kinder und der Gästetrakt mit farblich unterschiedlich gestalteten Gästezimmern. Eines davon, das wurde extra besonders prunkvoll für den gestaltet. Leider verstarb der König bevor er der Einladung nachkommen konnte und so blieb das Königszimmer ungenützt.

Im ersten Geschoss befinden sich das Musikzimmer und die Bibliothek.

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Das Erdgeschoss war von der Führung ausgenommen, da an dem Tag der Weihnachtsbazar stattfand.

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Im ehemaligen Spielzimmer der Kinder befindet sich heute ein Café. Der ehemalige Reitstall wird heute für Kunstausstellungen genutzt.

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Das Schloss diente 2011 dem von mir sehr verehrten dänischen Regisseur Lars van Trier als Filmkulisse für den Film “Melancholia” mit Charlotte Gainsbourg, Kirsten Dunst und Alexander Skarsgard.

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Bild: ireckonthat.wordpress.com

Sandsjöbacka …

… ist ein faszinierendes Naturreservat mit abwechslungsreicher Landschaft, Flora und Fauna. Das Gebiet erstreckt sich über die drei Gemeinden Mölndal, Göteborg und Kungsbacka. Im Norden wird es vom See Sisjön und im Süden von der Stadt Kungsbacka begrenzt.

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Markierte Wanderwege führen durch das Gebiet. Das hinderte mich aber nicht daran mich bei meiner ersten Wanderung total zu verlaufen. Nicht weil die Karte schlecht ist, sondern ich nicht die Markierung darauf fand/ erkannte an der ich losging. Ich wollte nur eine kleine Runde gehen und war letztendlich drei Stunden unterwegs. Durch die unberührte Natur. Das gefiel mir solange gut, bis ich merkte dass ich der falschen Markierung gefolgt bin und nicht wie gedacht an dem Parkplatz kam von dem ich gestartet bin. Nicht nur an diesem Tag merkte ich wie unglaublich freundlich die Schweden ist.

Ein Ehepaar mit Hund das gerade los gehen wollte half mir bereitwillig. Für den Rückweg hätte ich nochmals Stunden gebraucht. Sie brachten mich mit einer großen Selbstverständlichkeit und mit ihrem Auto zu dem gut 12 km entfernten Parkplatz zu dem ich musste. Das fand ich großartig.

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Auto geparkt beim blauen Kreis, angekommen bei rot!

Mittlerweile verstehe ich es die Karte besser zu lesen und machte ich auf zu einer weiteren Wanderung. Rund um die Seen Sandsjö und Mellsjö, durch die Heidelandschaft und das Moorgebiet.

Gleich zu Beginn geht man durch einen verwunschenen Wald. So stelle ich mir einen Märchenwald vor.

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Ob es hier auch Feen und Trolle gibt? Wer weiß das schon? Auf den Hinweistafeln ist davon nichts zu lesen. Aber über die verschiedenen Baumarten, wie Kiefern, Weiden, Birken, Tannen und Eichen.

Dann lichtet sich der Wald und man wandert auf eine Anhöhe zu und findet sich in einer Heidelandschaft wieder. In früheren Zeiten war das die typische Landschaft für die Umgebung von Göteborg. Mit Zunahme der landwirtschaftlichen Nutzung ist die Heidelandschaft mehr und mehr verschwunden.

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Die Vielfalt der Pflanzenwelt sehe ich, jetzt im Spätherbst, hauptsächlich auf der Schautafel. Auch von der Tierwelt entdecke ich weder Elch, Dachs, Fuchs oder Hase. Die Vielzahl der hier lebenden Vogelarten lässt sich da schon besser beobachten oder hören.

Rund um den Mellsjö reichen die ausgelegten Holzstege nicht aus um trockenen Fußes durch dieses Moorgebiet zu kommen. Es hat die letzten Tage aber auch ausgiebig geregnet.

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Dann geht es wieder in den Wald hinein, der wieder ein ganz anderes Bild bietet. Der morastige Untergrund wird weniger und die Granitsteine unterschiedlicher Größe werden mehr.

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So gelangt man an das Ufer des Sandsjö und an das Ziel der Wanderung. Um drei Uhr nachmittags beginnt es schon dämmrig zu werden.

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Eine Raoul Wallenberg …

… gewidmete übergroße Steinkugel, plaziert am Ende eines Schienenstranges im Berzelli Park in Stockholm erregte meine Aufmerksamkeit. In die Granitkugel am Nybroplatz in Stockholm ist folgende Textzeile in 22 Sprachen eingraviert.

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Der Weg war gerade als Juden deportiert wurden um getötet zu werden. Der Weg war voller Kurven, Gefahren und Hürden als Juden versuchten den Mördern zu entkommen.”

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Mir sagte der Name Raoul Wallenberg vorerst nichts. Ich erinnerte mich aber daran, dass ich in Göteborg bei der Haga Kirche auch schon eine Gedenktafel mit Skulptur zu Ehren Wallenbergs gesehen hatte. Meine Neugier war geweckt und wieder zurück in Göteborg begann ich zu recherchieren.

Dabei entdeckte ich als erstes, dass nur wenige Schritte von der Granitkugel entfernt zwölf kniehohe Steinskulpturen aus Gußbronze und ebenfalls in Bronze der Schriftzug von Wallenberg’s Unterschrift zu sehen ist. Dieses Denkmal wurde von der dänischen Künstlerin Kirsten Ortwed gestaltet und von König Carl XVI Gustaf 2001 eröffnet.

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Bilder: http://www.chgs.umn.edu

Das Denkmal mit der Granitkugel wurde 2006 von den Architekten Aleksander Wolodarski und Gabriel Herdevall im Auftrag der jüdischen Gemeinde und der Stadt Stockholm gestaltet. Von der Kugel aus führt ein ins Straßenpflaster eingelassener Schienenstrang bis zur großen Synagoge.

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Bild: http://www.wikiwand.com

Das alles habe ich in der Dunkelheit und auch weil ich mich vorher nicht informierte was es am Nybronplatz zu entdecken gibt, einfach “übersehen”.

Raoul Wallenberg wurde in Amerika, Israel und anderen Ländern für seine Rettungsmission während der NS-Zeit für ungarische Juden als Held gefeiert. 1945 wurde er in ein sowjetisches Gefängnis gebracht. Sein weiteres Schicksal konnte bis heute nicht ganz geklärt werden. Aus verschiedenen Gründen dauerte es lang, bis er in Schweden Anerkennung fand.

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Zum einen war seine Familie in Finanzgeschäfte mit der deutschen Regierung verwickelt. Dann, dass Wallenberg seine Arbeit erst begann als schon mehr als 400.000 ungarische Juden deportiert wurden und das noch dazu sein humanitäres Engagement eine von den USA initiierte und mitfinanzierte Rettungsaktion war. Auf der Suche nach einer für die auf zwei Monate angelegten Aktion in der 650 ungarische Juden nach Schweden gebracht werden sollten kam man auf den Geschäftsmann Wallenberg.

Wallenberg wurde 31-jährig im Juli 1944, als Legationssekretär an der schwedischen Botschaft in Budapest eingestellt. Wallenberg ließ sich nicht beschränken und stattete tausende Juden mit schwedischen Schutzpässen aus. Später rettete er mit seinen Mitarbeitern weitere Tausende aus Transporten und Todesmärschen.

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Bilder: http://www.raoulwallenbergentre.org und http://www.raoulwallenberg.net

Anfang 1945 eroberte die Rote Armee Budapest. Wallenberg selbst hatte Kontakt zur sowjetischen Seite aufgenommen, nachdem Schweden in Moskau um Beistand für das Gesandtschaftspersonal gebeten hatte.

Danach wird es, was das weitere Leben Wallenbergs betrifft undurchsichtig und konnte bis heute nicht restlos geklärt werden.

Wallenbergs Mutter wurde im Jänner darüber informiert, dass ihr Sohn in der Sowjetunion in Sicherheit sei. Danach begann ein Verwirrspiel mit Desinformationen und Unwahrheiten in denen auch Schweden eine undurchsichtige Rolle spielte. Schon im Jänner hieß es Wallenberg sei verschwunden und wahrscheinlich nicht mehr am Leben.

Erst 2010 fanden Forscher heraus, dass Wallenberg im Juli 1947 noch lebte und als Gefangener “Nr.7” verhört wurde. Am Rande eines Medizinkongresses in Moskau 1961 berichtete ein Arzt, dass Wallenberg in einer psychiatrischen Klinik sei. Auf Nachfrage von Schweden und vermutlich auf Weisung der Sowjetunion widerrief der Mediziner das später. Weitere Nachfragen blieben ohne Ergebnis. Auch ein Gespräch seinerzeit des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl mit seinem Amtskollegen Michail Gorbatschow. So bleibt vieles bis heute im Unklaren.

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Die Gedenkstätte in Göteborg wurde von der Künstlerin Charlotte Gyllenhammer gestaltet. Sie befindet sich zwischen Haga Kirche und Handelsschule im ältesten Stadtteil Göteborgs.

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Die Skulptur zeigt neben dem Bild des jungen Raoul Wallenberg eine Bronzeskulptur mit zwei Kindern.

Heute gibt es etliche Foundations und Institute die sich mit dem Wirken und Leben von Raoul Wallenberg oder allgemein mit dem Thema Völkermord beschäftigen.

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Bild: http://www.raoulwallenberginstitute.org

Die Familie Wallenberg zählt zu den einflussreichsten und wohlhabendsten Familiendynastien in Schweden ist bis heute im Bankgewerbe tätig.

In der heutigen Zeit, wo immer mehr Staaten rechtspopulistische Regierungschefs haben kann man nicht genug daran erinnern wohin diese Denkweise schlimmstenfalls führt.

Stockholm …

… in 32 Stunden. Das ist ein ziemlich große Herausforderung.Dementsprechend gut vorbereitet startete ich meinen Städtetrip. Ankunft in Stockholm, genauer gesagt am wunderschönen Hauptbahnhof.

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Nach dem einchecken im Hotel Birger Jarl– alles so schön und gut wie auf der Homepage – machte ich mich auf zum Stadtspaziergang im Stadtteil Norrmalm. Durch die Fußgängerzone der Drottninggatan, in deren Straßenpflaster sich Texte von Strindberg befinden gelangt ich zu meinem ersten Ziel, dem Strindbergmuseum. Es ist in jenen Stadthaus untergebracht, das der Schriftsteller August Strindberg 1908 bezog. Das Appartement wird seit 1973 als Museum geführt. Doch davon werde ich in einem eigenen Beitrag erzählen.

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In der Drottninggatan flaniert man vorbei an Cafés, kleinen Designläden und an den bekannten großen Markengeschäften.

Ich schlenderte in der Abenddämmerung ein bischen kreuz und quer durch die Seitengassen bis zum Berzeliipark an der Nybroviken Bucht. Rund um den Park befinden sich einige interessante Gebäude und Denkmäler.

Das 1928 fertig gestellte Chinateatern – ein Spielraum für Kleinkunst, klassisches Theater, Kino, Revue und Musical. Das Theater ist von chinesischer Architektur inspiriert und wurde Teil des schon bestehenden Unterhaltungsetablissments “Berns Salonger”.

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Immer schön, besonders wenn es schon dunkel ist, ein Blick über die Bucht. Auf der anderen Seite des Parks das schwedische Nationaltheater “Kungliga Dramatiska Teatern”, kurz Dramaten genannt. 1908 fertiggestellt und von dem Architekten Fredrik Lilljekvist im Stil der Wiener Secession geplant. Auf den acht Bühnen werden jährlich ungefähr tausend Vorstellungen gezeigt.

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Am nächsten Tag, nicht wie vorhergesagt, strahlend blauer Himmel sondern alles grau in grau. Natürlich sehr schade, wollte ich doch die Altstadt – Gamla Stan – und das köngliche Schloss im Sonnenschein erleben. So what!

Das Stadtgebiet von Stockholm verteilt sich auf 14 Inseln, auf einer davon liegt die Altstadt. In Gamla Stan gibt es ja zu den Sehenswürdigkeiten im Freien auch noch das Nobelmuseum. Wie der Name schon sagt, widmet es sich allen Informationen rund um den Nobelpreis. Nach einem ausgedehnten Frühstück vom reichlich gedeckten Frühstücksbuffet war ich gut gerüstet für den Bummel in der Altstadt.

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Als Gründer der Stadt Stockholm gilt Birger Jarl, der hier im 13. Jh. mit dem Bau kleiner Holzhäuser begann. Die meisten davon fielen allerdings Kämpfen und Bränden zum Opfer. Der Großteil der heute bestehenden Gebäude stammt aus dem 17. Jh., viele davon in den Farben ockergelb und rot. Den Charme der Gamla Stan machen genau diese, manchmal schief stehenden Häuser, die engen Gassen und die reizvollen kleinen Läden aus. Gerade richtig um schönes Handwerk zu bewundern und sich zwischendurch aufzuwärmen.

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Nicht zu übersehen ist natürlich die offizielle Residenz des schwedischen Monarchen, das Kunliga Slotttet. Mit seinen 600 Zimmern und eigener Kapelle im Barockstil erbaut dauerte es ungefähr 50 Jahre bis es nach und nach 1754 fertig gestellt war. Heute befinden sich darin unter anderem die Büroräume des Königs und der Königin und es wird bei offiziellen Anlässen genutzt. Ich kam gerade rechtzeitig um die Wachablöse zu sehen.

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Irgendwie hatte ich was falsch verstanden und dachte dass das Schloss nicht zu besichtigen sei. Dabei bezog sich das nur auf die Schlosskapelle. Das ärgert mich, denn wer weiß ob und wann ich wieder Gelegenheit dazu habe.

Aber es ist wie es ist und ich beendete meine Sightseeing Tour mit einem Besuch im nicht minder interessanten Nobelmuseum.

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Abgesehen davon lohnt es sich auf jeden Fall Stockholm ein weiteres Mal zu besuchen.